Spezialist Jan Brand weiß, was gegen Migräne hilft

Spezialist Jan Brand weiß, was gegen Migräne hilft

Rund 170 Zuhörer haben am Montag in der Dillenburger Stadthalle den Vortrag von Dr. Jan Brandt verfolgt.

Der Leiter der Migräne-Klinik in Königstein informierte seine Zuhörer über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten der Volkskrankheit Migräne. Eingeladen hatte die Migräne-Selbsthilfegruppe Herborn-Dillenburg.

Brandt blickte zunächst zurück auf die frühzeitlichen Behandlungsmethoden. So hoffte man damals unter anderem durch Öffnen der Schädeldecke zur Entlüftung der vermeintlich „bösen Gase" dem rasenden, halbseitigen Kopfschmerz bei zu kommen. Von diesen Methoden sei man glücklicherweise abgekommen, sagte er scherzhaft. Zwar gebe es selbst bis heute keine Möglichkeit, Migräne nachhaltig zu heilen. Allerdings hätten sich die Behandlungsmöglichkeiten und die Medikamente wesentlich verbessert.

Wichtig sei eine individuelle Diagnose, sagte der Spezialist aus dem Taunus. Immer mehr Menschen seien von Migräne betroffen und immer öfter litten sogar schon Schulkinder unter den Schmerzen.

Viele schlucken falsche Pillen

Allerdings, so der Mediziner, ließen sich 30 Prozent der Betroffenen nicht ordentlich behandeln. Viele versuchten, die Migräne mit herkömmlichen Schmerztabletten zu bekämpfen und vergifteten damit nach und nach ihre Körper.

Stattdessen sollte ein Spezialist feststellen, was die Auslöser der Migräne sein können. Das sei individuell unterschiedlich. So könnten unter anderem auch Nahrungsmittelallergien für das auftreten der Erkrankung verantwortlich sein.

Dr. Jan Brand erläuterte seinen Zuhörern die Wirkungsweise mehrerer gängiger Migräne-Medikamente. Die beste Schmerzlinderung versprächen derzeit die so genannten Triptane. Diese verengen die Blutgefäße im Gehirn, die bei einem Migräneschub erweitert sind. Außerdem hemmen sie die Entzündung im Nervensystem und die Ausbreitung von Schmerzreizen über die Hirnrinde.

Weitere Informationen gibt es bei der Migräne-Selbsthilfegruppe Herborn-Dillenburg, die sich ab April wieder einmal im Monat von 18 bis 20 Uhr in den Räumen des Bildungszentrums der Dill-Kliniken in Dillenburg trifft.

Sprecherin ist Karin Lehmann,
Tel.: (0 27 77) 68 26,
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